Institutionen

Der gesellschaftliche Zugriff auf die Landwirtschaft und die Komplexität des die Reproduktion integrierenden Prozesses der Nutzung lebender Ressourcen hatten zur Folge, dass seit den 1880er Jahren ausgesprochen viele Institutionen entstanden, die sich mit Agrarfragen beschäftigten. Systematische Erhebungen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kamen zum Schluss, dass es mehr als 12‘000 landwirtschaftliche Vereine, Verbände und Genossenschaften gebe. „Die Schweiz“ sei „ein landwirtschaftlich vollständig durchorganisiertes Land, wie man es auf der Welt in dieser Art wohl kaum sonstwo“ vorfinde, stellte die Schweizerische Landwirtschaftliche Zeitschrift 1939 fest. Allerdings wurden nicht nur neue Institutionen gegründet, sondern zuweilen auch bestehende aufgelöst. Andere fusionierten oder wurden in grössere Verbände integriert. Immer wieder wurden sie umbenannt, beispielsweise wenn sie andere Funktionen übernahmen oder wenn sie ihr Auftreten den neuen Verhältnissen anpassen wollten. Es fällt deshalb sogar versierten Kenner*innen und aufmerksamen Beobachter*innen schwer, sich eine Übersicht über die vielfältigen Vereins- und Verbandslandschaften im Agrarbereich zu verschaffen. Die Einträge zu den rund 500 Institutionen eignen sich zu Visualisierungen, die einen Überblick über die Entwicklung des Organisationswesens in Teilgebieten ermöglichen. Damit werden aber nicht nur Übersichten kreiert, sondern auch Zusammenhänge sichtbar gemacht, die bei einer rein additiven Darstellung der Institutionen verborgen bleiben, wie im Folgenden an den Beispielen der Landarbeiter, der Bäuerinnen und des Biolandbaus illustriert wird.