Agrarökonomen

Agrarökonomen spielen seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine wichtige Rolle. Der erste Inhaber des Lehrstuhls für landwirtschaftliche Betriebslehre an der ETH, Adolf Kraemer, war, wie auch sein Nachfolger, Ernst Laur, ein international anerkannter Wissenschaftler, der gleichzeitig enge Kontakte zu bäuerlichen Praktikern pflegte. Orientierten sich die Agrarökonomen bis in die 1950/60er Jahre noch stark an den Eigenheiten der agrarischen Ökonomie, die sie über ein umfangreiches, auf den bäuerlichen Betrieben mit einem ausgedehnten Buchhaltungswesen erhobenes statistisches Material zu erschliessen versuchten, so rückte in der Zeit danach die Entwicklung von Modellen ins Zentrum ihrer Tätigkeiten. Mit anderen Worten: aus „Buchhaltern“ wurden „Modellbauer“. Obwohl sich die Agrarökonomen ab den 1970er Jahren methodisch stark von ihren Vorgängern abzugrenzen begannen, blieben sie den alten Zielsetzung weitgehend einig: aus den Bauern sollten Landwirte gemacht werden, die ihre Betriebe auf die sich verändernden gesellschaftlichen Präferenzen ausrichteten. Jean Vallat, der ab 1967 als Professor an der ETH lehrte, war einer der wenigen, die dafür plädierten, dass sich im ökonomischen Bereich nicht nur die Bauern an die Wirtschaft der Industriegesellschaft anpassen sollten, sondern die Wirtschaft auch auf die durch die Nutzung lebender Ressourcen bedingten agrarische Eigenheiten (Zyklizität und Saisonalität der Produktion) Rücksicht nehmen sollten.

Beispiele:

Index erstellt am 25.06.2020

Retour