Gerberkäse AG, AfA146
Organisationsgeschichte, histoire de l'organisation
Die Firma Gerberkäse entstand 1911 als Regiebetrieb des Käsehandelshauses Gerber und Co., das 1836 von Christian und Johann Gerber gegründet worden war. 1860 beteiligte sich auch der dritte Bruder, der Lederhändler Friedrich Gerber, am Unternehmen. Dessen Sohn Gerber, Walter (1879-1942)--DB1242 übernahm 1908 zusammen mit dem Kaufmann Stettler, Fritz (1865-1937)--DB3461 die Geschäftsleitung der Firma, die 1918 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde. Mit der Entwicklung eines Verfahrens zur Schmelzkäseherstellung fanden Walter Gerber und Fritz Stettler eine Möglichkeit, Hartkäse auch unter feuchtwarmen Klimabedingungen haltbar zu machen. Zugleich ermöglichte das Schmelzen eine Verwertung von Emmentalerkäse, der zwar qualitativ einwandfrei war, aber den sich verändernden ästhetischen Ansprüchen in der Farbe oder Lochung nicht zu genügen vermochte. Die seit 1911 in Schachtelportionen verpackten 'Gerberkäsli' und der 1936 entwickelte Doppelrahmfrischkäse 'Gala' fanden zuerst in tropischen Gebieten, später auch in Europa und der Schweiz regen Absatz.
Nach dem Ersten Weltkrieg schlossen sich die Schachtelkäsehersteller im Verband Schweizerischer Emmentaler Schachtelkäsefabrikanten (später: Verband der Schweizerischen Schmelzkäseindustrie (SESK), AfA145) zusammen. Zur Sicherung der ausländischen Absatzmärkte und zur Senkung der Herstellungskosten gründete die Firma Gerberkäse AG zudem ausländische Tochterfirmen: 1920 die Gerber und Co. Inc. in den USA und 1922 die Société des Fromages Gerber SA in Pontarlier. Den Vertrieb von Schachtelkäse im Ausland übertrug sie Nestlé und Anglo Swiss Condensed Milk, die sich an der Firma Gerber AG beteiligten. Anfang der 1960er-Jahre entwickelte die Firma ein Fertig-Fondue, das von den ausländischen Konkurrenten nicht wirklich nachgeahmt werden konnte.
Im Jahr 2002/2003 kaufte Emmi AG, AfA2252 die seit 1957 unter dem Namen Gerberkäse AG agierende Firma und schloss sie mit den drei Schmelzkäseherstellern Chalet Käse AG (an der Gerber selber schon seit den 1980er-Jahren beteiligt war), Tigerkäse AG und Zingg AG, die Emmi ebenfalls erworben hatte, zur Tochterfirma Emmi Fondue AG zusammen. Den Produktionsstandort Thun schloss Emmi 2009, um die Schmelzkäsefabrikation in Langnau im Emmental zu konzentrieren.
Autor: Peter Moser
Namen der Organisation, noms de l'organisation
1918-1957: Gerber und Co. AG, Gerber et Co. SA, Gerber and Co. Ltd.
1957-2004: Gerberkäse AG, Fromage Gerber SA, Gerber Cheese Co. Ltd.
Archivbestand, fonds d'archives
Die Archivalien wurden vom Archiv für Agrargeschichte (AfA) erschlossen. Weitere Informationen sowie das Findmittel sind auf dem AfA Online-Portal Quellen zur Agrargeschichte zu finden. https://histoirerurale.ch/redirect/getURL.php?id=157
Website der Organisation, site internet de l'organisation
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Index der Funktionen, Index des fonctions
Präsidenten (1918-2004)
Gerber, Walter (1879-1942)--DB1242, 1918-1926
Keller, Alfred (1876-1955)--DB1865, 1927-1955
Gerber, Gustav (1900-1974)--DB10728, 1955-1974
Waldesbühl, Theodor (1904-1979)--DB12072, 1975-1977
König, Hans Walter (1922-2014)--DB1987, 1977-1993
Gerber, Dieter--DB12073, 1993-1997
Aegerter, Peter--DB12074, 1997-2000
Hess, Otto (1935-2014)--DB1577, 2000-2003
Wyss, Fritz (1944-)--DB3872, 2003-2004Direktoren (1918-2007)
König, Otto Friedrich (1886-1955)--DB1989, 1918-1955
Weber, Walter (1894-1971)--DB3757, 1955-1961
König, Hans Walter (1922-2014)--DB1987, 1961-mindestens 1977
Eichenberger, Walter--DB12076, 1984-1994
Glauser, Rolf--DB12075, 1994-2007