Fellenberg, Philipp Emanuel von (1771-1844)--DB1025

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Fellenberg, Philipp Emanuel von (1771-1844)--DB1025

Picture

Person

Lebensdaten

15.06.1771-21.11.1844

Mädchenname, Herkunftsort bzw. Heimatort

Bern

Zivilstand, Konfession, Nachkommen

Verheiratet mit Margaretha Fellenberg-Tscharner, Vater von Fellenberg, Wilhelm von (1798-1880)--DB1027

Soziale Herkunft, verwandtschaftliche Beziehungen

Berner Patriziergeschlecht, Vetter von Fellenberg, Ludwig Rudolf von (1809-1878)--DB4499

Ausbildung, berufliche Tätigkeit und Funktionen in der Öffentlichkeit

Ausbildung

Rechts- und Philosophiestudien in Tübingen; Pfeffel'sche Knabenschule in Colmar

Berufsausübung

Gründer und Leiter der Erziehungsanstalt Hofwil

Funktionen in landwirtschaftlichen Institutionen

Funktionen in anderen Institutionen

Funktionen in der Politik

Berner Landammann, 1834, Präsident des Grossen Rates des Kantons Bern; Mitglied des Verfassungsrates, 1830-; Mitglied des Erziehungsrates; Mitglied des Grossen Rates des Kantons Bern, 1825-

Biographische Skizze

1779 zog die Familie Fellenberg auf Schloss Wildenstein im Aargau. 1784 machte Philipp Emanuel Fellenberg die folgenreiche Bekanntschaft von Johann Heinrich Pestalozzi. Nachdem er von Albrecht Rengger, dem nachmaligen Innenminister der Helvetischen Republik, Privatunterricht erhalten hatte, trat Fellenberg 1785 in das Pfeffel'sche Erziehungsinstitut in Colmar ein. 1790 immatrikulierte er sich für das Studium der Rechte in Tübingen, doch schon bald wandte er sich der Philosophie zu. Darauf bildete er sich autodidaktisch auf ausgedehnten Reisen im In- und Ausland. In Paris bekleidete er 1799 für kurze Zeit das Amt eines Sekretärs des helvetischen Gesandten.

Nach der Rückkehr in die Schweiz bezog Fellenberg das Schlösschen Wilhof bei Münchenbuchsee, das er in Hofwil umbenannte. Gemeinsam mit seiner Frau richtete er ein Mustergut mit speziellen Bildungsanstalten für die Erziehung der Angehörigen aller Stände ein. Das Zusammenleben in der sog. Erziehungsrepublik sollte die gegenseitige Entfremdung der Volksschichten überwinden helfen. In der folge gründete Fellenberg zahlreiche Schulen: den landwirtschaftlichen Musterbetrieb und das landwirtschaftliche Institut (1807-48), das wissenschaftliche Institut (1808-48) und die Erziehungsanstalt für Söhne höherer Stände (1808-48), die Mädchenerziehungsanstalt (1824-39), die Realschule (1830-46), die Kleinkinderschule (1841-44) und daneben auch die landwirtschaftliche Ackerbauschule Rütti (1844). Die Wehrlischule (1810-48) und die Meikirch-Kolonie (1826-35) waren die beiden radikalsten Ansätze in Bezug auf die Selbstständigkeit der zu unterrichtenden Kinder und Jugendlichen. 1808, 1809, 1831 und 1836 wurden in Hofwil Normalkurse für angehende Lehrer gehalten. Die Bestandteile des sog. Erziehungsstaats waren ihren unterschiedlichen Zwecken entsprechend aufgebaut und didaktisch-methodisch konzipiert. Das Neue an der Hofwiler Erziehung bestand in der Kombination der pädagogisch einsichtig angeordneten körperlich-landwirtschaftlichen Arbeit der Zöglinge mit einem anspruchsvollen christlichen Unterricht. Fellenberg versuchte, alle Kräfte der Heranwachsenden zu fördern, dem Zögling als Individuum gerecht zu werden und auf die Macht des Vorbildes sowie auf Freiheit statt auf Zwang zu bauen. Bildung bedeutete für ihn die anzustrebende Einheit von Körper, Seele und Geist sowie das Bewältigen der in einer bestimmten Situation gestellten Aufgabe.

Fellenbergs Schulgründungen sind bis heute bekannter als seine Arbeit als Mitglied des Grossen Rates (ab 1825), des Verfassungsrates (ab 1830) und des Erziehungsrates des Kantons Bern sowie als Berner Landammann (1834, Präsident des Grossen Rates). Als Bildungspolitiker war er massgeblich am Aufbau des kantonalen Schulwesens beteiligt. Das Seminargesetz (1832), das Hochschulgesetz (1834) und das Primarschulgesetz (1835) waren zu einem guten Teil sein Werk. 1838 lehnte der Staat Bern die Übernahme des Fellenberg'schen Unternehmens ab. 1848 beschlossen seine Nachkommen, den Besitz aufzulösen. Dagegen gedieh das 1833 gegründete staatliche Lehrerseminar trotz Schwierigkeiten und mehrfacher Reorganisation und siedelte 1884 in die leeren Gebäude von Hofwil über.

Autoren: Daniel Flückiger und Peter Moser

Quellen und Literatur

Eigene Publikationen

  • Landwirtschaftliche Blätter von Hofwyl, Aarau, Maurhofer Dellenbach, 1808-1817
  • Vues relatives à l'agriculture de la Suisse et aux moyens de la perfectionner; traduit de l'Allemand par C. Pictet, Genève, 1808
Vorläufige Nachricht über die Erziehungsanstalt für die höheren Stände zu Hofwyl, [Bern], 1811
  • Beleuchtung einer weltgerichtlichen Frage an unsern Zeitgeist, Bern, C. A. Jenni, 1830

Quellen

  • AfA Personendossier Nr. 381
  • Tätigkeitsbericht OGG 1943, S. 5-12
  • Tätigkeitsbericht OGG 1970, S. 3-12

Schlagworte

Suisse - SchweizKanton BernOekonomische und Gemeinnützige Gesellschaft des Kantons Bern (OGG)


Zitiervorschlag - Proposition de citation - Suggested citation

Deutsch: Daniel Flückiger, Fellenberg, Philipp Emanuel von (1771-1844)--DB1025, AfA-Portal Personen und Institutionen, Version vom September 2021, konsultiert am .

Français: Daniel Flückiger, Fellenberg, Philipp Emanuel von (1771-1844)--DB1025, Portail AHR personnes et institutions, version de septembre 2021, consulté le .

English: Daniel Flückiger, Fellenberg, Philipp Emanuel von (1771-1844)--DB1025, Portal ARH persons and institutions, September 2021 version, consulted on .

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