Stöckli, Alois (1893-1970)--DB5429

Stöckli, Alois (1893-1970)--DB5429

Person

Lebensdaten

19.04.1893-26.03.1970

Mädchenname, Herkunftsort bzw. Heimatort

Rodersdorf (SO) und Zürich (ZH)

Zivilstand, Konfession, Nachkommen

Verheiratet mit Emma Bornhauser

Soziale Herkunft, verwandtschaftliche Beziehungen

Ausbildung, berufliche Tätigkeit und Funktionen in der Öffentlichkeit

Ausbildung

Dr. sc. techn. ETH 1928, Promotion bei Düggeli, Max (1878-1946)--DB871; ETH: Ing. agr. 1918-1921; Lehrerseminar Kantonsschule Solothurn 1909-1913

Berufsausübung

Eidgenössische Landwirtschaftliche Versuchsanstalt Zürich-Oerlikon, Abteilung für Agrikulturchemie: Adjunkt 1957-1958, Botaniker und Leiter der botanischen Futtermitteluntersuchung 1927-1957 (als Nachfolger von Gäumann, Ernst (1893-1963)--DB1194); ETH Zürich: Assistent am landwirtschaftlichen bakteriologischen Institut 1922-1925; Primarlehrer 1921-1922 und 1913-1918

Funktionen in landwirtschaftlichen Institutionen

Funktionen in anderen Institutionen

Funktionen in der Politik

Biographische Skizze

Alois Stöckli studierte nach seiner Ausbildung zum Primarlehrer in Solothurn von 1918–1921 an der Abteilung Landwirtschaft der ETH Agronomie. Ab 1927 arbeitete er an der Landwirtschaftlichen Versuchs- und Untersuchungsanstalt Zürich-Oerlikon. In den 1920er Jahren beschäftigte sich Stöckli im Rahmen seiner Doktorarbeit, die vom Bakteriologen Düggeli, Max (1878-1946)--DB871 und vom Agrikulturchemiker Wiegner, Georg (1883-1936)--DB3802 betreut wurde, mit dem Einfluss des Regenwurmes auf die Beschaffenheit des Bodens. Nach der Promotion trat Stöckli als wissenschaftlicher Mitarbeiter in die Landwirtschaftliche Versuchs- und Untersuchungsanstalt Zürich-Oerlikon ein. Dort beschäftigte er sich bis zu seiner Pensionierung 1958 vor allem mit bodenökologischen Fragen und der Analyse von Futtermitteln.

Stöckli versuchte mit seinen Publikationen die Bedeutung der Bodenlebewesen für die Fruchtbarkeit der Böden auch den Praktikern näher zu bringen. Die biologische Umsetzung von Humus und organischen Düngern im Boden war einer seiner Schwerpunkte. Andererseits ging es ihm darum, die Vielfalt der Organismen in Acker- und Wiesenböden aufzuzeigen, wobei ihn die Beziehungen zwischen den Organismen sowie deren Wechselwirkungen mit ihrem Lebensraum besonders interessierten. Schliesslich kehrte er Ende der 1950er Jahre in einer seiner letzten Arbeiten wieder zu den Regenwürmern zurück, mit denen er seine wissenschaftliche Laufbahn in den 1920er Jahren begonnen hatte.

Schon Ende der 1920er Jahre stiessen Stöcklis Arbeiten bei Exponentinnen der Lebensreformbewegung und des Biolandbaus wie beispielsweise Hofstetter, Mina (1883-1967)--DB1638 oder Meyenburg, Konrad von (1870-1952)--DB2359 auf Interesse. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahmen auch Rusch, Hans Peter (1906-1977)--DB4647 und Müller, Hans (1891-1988)--DB2476 als Exponenten des organisch-biologischen Landbaus Bezug auf Stöcklis Arbeiten. Umgekehrt setzte sich Stöckli in den 1950er Jahren auch seinerseits mit dem Biolandbau auseinander.

In den von Stöckli publizierten Artikeln wird sein Interesse und seine Begeisterung für die Bodenökologie spürbar. Anschaulichkeit und Präzision machen seine Aufsätze bis heute lesenswert.

Autor/in: Eva Gelinsky und Peter Moser

Quellen und Literatur

Eigene Publikationen

  • Studien über den Einfluss des Regenwurmes auf die Beschaffenheit des Bodens, Diss. ETH Zürich, 118 Seiten (https://www.research-collection.ethz.ch/handle/20.500.11850/133505)
  • Die ökologischen Faktoren der Bodenbeschaffenheit und der Pflanzenproduktion, in: Schweizerische Landwirtschaftliche Monatshefte, 1929, S. 305 – 306
  • Die Beeinflussung der Bodenfruchtbarkeit durch die Abbauprozesse pflanzlicher Substanz, in: Landwirtschaftliches Jahrbuch der Schweiz, 1931, S. 639-650
  • Die Bodennematoden, in: Schweizerische Landwirtschaftliche Monatshefte, 1931, S. 291f
  • Neuere Gesichtspunkte bei der Bewertung stickstoffhaltiger Düngemittel, in: Schweizerische Landwirtschaftliche Monatshefte, 1933, S. 315f.
  • Versuche mit künstlichem Mist, in: Landwirtschaftliches Jahrbuch der Schweiz, 1934, S. 710-740
  • Der Humus als Träger der Bodenfruchtbarkeit, in: in: Schweizerische Landwirtschaftliche Monatshefte, 1934, S. 40f
  • Die besonderen Wirkungen der sogenannten Humusdünger, in: in: Schweizerische Landwirtschaftliche Monatshefte, 1934, S. 302f
  • Der Eiweiss- und Mineralstoffgehalt des Heugrases in seiner Abhängigkeit vom Kalk- und Phosphorsäurevorrat des Bodens, in: Schweizerische Landwirtschaftliche Monatshefte, 1935, S. 234-240
  • Die mikrobiologischen Methoden zur Bestimmung des Düngerbedürfnisses der Böden, in: in: Schweizerische Landwirtschaftliche Monatshefte, 1936, S. 169 – 179
  • Boden und Kalk, in: in: Schweizerische Landwirtschaftliche Monatshefte, 1937, S. 58f
  • Die Bewertung der Azotobaktermethode nach den Ergebnissen des Gefässversuches nach Mitscherlich, S. 233-247
  • Was bezweckt die Bodenbearbeitung? in: Schweizerische Landwirtschaftliche Zeitschrift (Grüne), 1938, S. 70-72
  • Das Leben im Ackerboden, in: Schweizerische Landwirtschaftliche Zeitschrift (Grüne), 1940, S. 332-334
  • Die Bedeutung des Kompostes zur Erhaltung und Steigerung der Bodenfruchtbarkeit, in: Schweizerische Landwirtschaftliche Monatshefte, 1942 S. 81-89, 115-122 und 133-138
  • Bodenbiologische Studien, in: Schweizerische Landwirtschaftliche Monatshefte, 1943, S. 107f
  • Mist ohne Vieh, in: Schweizerische Landwirtschaftliche Zeitschrift (Grüne), 1943, S. 356 – 358
  • Die Wirkung von Gesapon auf die freilebenden Bodennematoden, in: Landwirtschaftliches Jahrbuch der Schweiz, 1944, S. 496-506
  • Die Verbreitung der Izotobakterorganismen in der Schweiz, in: Landwirtschaftliches Jahrbuch der Schweiz, 1944, S. 67-105
  • Der Boden und sein Geheimnis, in: Schweizerische Landwirtschaftliche Monatshefte, 1945, 269 – 279
  • Liebig oder Thaer?, in: Schweizerische Landwirtschaftliche Zeitschrift (Grüne), 1945, S. 645 – 646
  • Der Boden als Lebensraum, in: Vierteljahresschrift der Naturforschenden Gesellschaft in Zürich, Jg. 91 (1), 1946, S. 1–17 (https://ngzh.ch/wp-content/uploads/2024/08/91_36.pdf)
  • Der Boden als Heimstätte des Lebens, in: Schweizerische Zeitschrift für Forstwesen, Heft 8 - 9, 1946, S. 356 – 378 (https://www.e-periodica.ch/digbib/volumes?UID=szf-003)
  • Die Düngung und ihre Wirkung auf Boden, Pflanze, Tier und Mensch, in: Leben und Gesundheit Nr.2
  • Nährsalze, Zusatzfutter oder Futterzusätze, in: Schweizerische Landwirtschaftliche Zeitschrift (Grüne, ca. 1947)
  • Der Landwirt und die Vitamine. Ein Beitrag zur Winterfütterung, in: Schweizerische Landwirtschaftliche Zeitschrift (Grüne), 1950 xx
  • Der Einfluss der Mikroflora und Fauna auf die Beschaffenheit des Bodens, in: Zeitschrift für Pflanzenernährung, Düngung, Bodenkunde 45, 1949, S. 41-53 (https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1002/jpln.19490450106)
  • Die Verwertungsmöglichkeiten des Kehrichts in der Landwirtschaft, in: Gesundheit und Wohlfahrt, Heft 5, S. 194-206
  • Die Ernährung der Pflanze in ihrer Abhängigkeit von der Kleinlebewelt des Bodens, in: Zeitschrift für Pflanzenernährung, Düngung, Bodenkunde 48, 1950, S. 264- 279 (https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/jpln.19500480305)
  • Übt der Mond einen Einfluss aus auf das Wachstum der Pflanzen?, in: Schweizerische Landwirtschaftliche Zeitschrift (Grüne), 1952, S. 761–762
  • Hinaus mit den Antibiotika aus den Mischfuttern, in: Schweizerische Landwirtschaftliche Zeitschrift (Grüne), 1953, S. 1171–1174
  • Probleme der Kehrichtkompostierung, in: Strasse und Verkehr, Bd. 40, Nr. 5
  • Die Regenwurmarten in landwirtschaftlich genutzten Böden der Schweiz, in: Landwirtschaftliches Jahrbuch der Schweiz, 72, 1958, S. 699 – 725
  • Wo steht der biologische Landbau heute?, in: Schweizerische Landwirtschaftliche Zeitschrift (Grüne), 1959, S. 1074-1076
  • «Die Landwirtschaft der Zukunft», in: Schweizerische Landwirtschaftliche Zeitschrift (Grüne), 1960, S. 689 – 690
  • Der Wurzelraum der Pflanze, in: Schweizerische Landwirtschaftliche Zeitschrift (Grüne), 1961
  • Betrachtungen über die Fruchtbarkeit des Bodens, Zürich, o.J.

Quellen

  • AfA Personendossier Nr. 6224
  • Neue Zürcher Nachrichten, 31.03.1970, S. 6
  • Neue Zürcher Zeitung, 29.03.1970, S. 26
  • Sticher, Hans, Bodenkunde und Bodenkundler in der Schweiz 1855-1962. Mit einem kurzen Rückblick auf die Vorgeschichte, Dietikon 2001, S. 79-80

Schlagworte

Suisse - SchweizKanton ZürichEidgenössische Forschungsanstalt für Agrarökologie und Landbau - Zürich-Reckenholz (FAL)

Stöckli, Alois (1893-1970)--DB5429

Eva Gelinsky, Stöckli, Alois (1893-1970)--DB5429 .