Dienstbotenheim Oeschberg, Stiftung Geschwister Affolter, AfA1963
Organisationsgeschichte, histoire de l'organisation
Der Oekonomischer und gemeinnütziger Verein des Amtes Burgdorf (OGV), AfA213 führte im Jahr 1877 als erster gemeinnütziger Verein im Kanton Bern eine 'Dienstbotenprämierung' (später: Dienstbotenehrung) durch, bei der Knechte und Mägde ausgezeichnet und geehrt wurden, die mehrere Jahre bei der gleichen Meisterfamilie dienten. Schon während der ersten Ehrung wurde auch die Schaffung eines Dienstbotenheims diskutiert. Wegen fehlender Mittel konnte das Projekt aber erst nach dem Tod von Gründungsmitglied Affolter, Ferdinand (1839-1903)--DB49 und seiner Schwester Affolter, Elise (1835-1905)--DB48 umgesetzt werden. Die kinderlos verstorbenen Geschwister Affolter vermachten dem OGV einen Grossteil ihres Nachlasses mit der Auflage, auf dem Oeschberg ein Heim für Dienstboten zu errichten, die längere Zeit bei einer Familie im Amtsbezirk Burgdorf gedient hatten.
In der Folge wurden die Gebäude der ehemaligen Post und des Wirtshauses sowie das Wohnhaus der Familie Affolter zu Anstaltsgebäuden umfunktioniert. Eine Heimkommission des OGV wurde als Aufsichtsorgan eingesetzt und der Betrieb des Heims unter dem Namen 'Geschwister Affolter-Stiftung' im Oktober 1906 mit den ersten fünf Heimbewohnern aufgenommen. Ein Teil der landwirtschaftlichen Nutzfläche, auf der die Heimbewohner Lebensmittel zur Selbstversorgung produzieren konnten, wurde dem Heim als Landwirtschaftsbetrieb angegliedert. Der Rest des ehemaligen Gutsbetriebes und die grösseren landwirtschaftlichen Gebäude wurden verpachtet. Ab 1920 pachtete der Kanton Bern diese Gebäude und das übrige Land und errichtete darauf die kantonale Gartenbauschule Oeschberg, AfA112. Für den landwirtschaftlichen Betrieb des Heims wurde ein Verwalter gewählt, welcher gleichzeitig als Hausvater dem Heim vorstand. Seit 2017 ist das Dienstbotenheim Oeschberg unter dem Namen 'Oeschberg - der Lebensort' bekannt.
Autoren: Olivier Felber und Peter Moser
Namen der Organisation, noms de l'organisation
1906-2017: Dienstbotenheim Oeschberg
2017-: Oeschberg - der Lebensort
Archivbestand, fonds d'archives
Die Archivalien wurden vom Archiv für Agrargeschichte (AfA) erschlossen. Aufbewahrt und Forschenden zugänglich gemacht werden sie vom Staatsarchiv Bern. https://histoirerurale.ch/redirect/getURL.php?id=481
Website der Organisation, site internet de l'organisation
Weiterleitung, redirection: https://histoirerurale.ch/redirect/getURL.php?id=482
Index der Funktionen, Index des fonctions
Verwalter und Verwalterinnen, Leiter und Leiterinnen (1906-)

Kopp, Hans--DB11102, 1971-mindestens 1985
Kopp, Hermine--DB11103, 1971-mindestens 1985Nägeli-Rubi, Alexander--DB6134, 1986-2011Nägeli-Rubi, Verena--DB6133, 1986-2011
Zwahlen, Pia--DB6135, 2011-2021
Allmen, Nadja von--DB9481, 2021-Präsidenten der Heimkommission (1905-)
-
Sekretäre der Heimkommission (1908-)
Leuenberger, Ulrich (-1918)--DB4161, 1908-1917
Ramseyer, Niklaus (1869-1919)--DB4132, 1917-1918
Hämmerli, Walter (1880-1944)--DB1473, 1919-1944
Bärtschi, Alfred (1890-1976)--DB212, 1944-1967
Herren, Peter--DB4217, 1967-


