Keller, Hans (1882-1941)--DB1873

Dieser Artikel über Keller, Hans (1882-1941)--DB1873 wird laufend erweitert. Korrekturvorschläge, Ergänzungen und Vorschläge für Einträge zu noch nicht verzeichneten Personen können via das Online-Formular eingereicht werden.

Cet article à propos de Keller, Hans (1882-1941)--DB1873 est constamment enrichi. Les propositions de corrections, les compléments ainsi que les suggestions pour de nouvelles entrées concernant des personnes pas encore enregistrées peuvent être soumises via le formulaire en ligne.

Keller, Hans (1882-1941)--DB1873

Picture

Person

Lebensdaten

12.05.1882-15.10.1941

Mädchenname, Herkunftsort bzw. Heimatort

Gysenstein, später Konolfingen

Zivilstand, Konfession, Nachkommen

Verheiratet mit Margaretha Acker; Vater von Keller, Hanspeter (1910-2002)--DB1877, Keller, Ernst Robert (1921-2009)--DB1868, Keller, Fritz Carl (1908-2008)--DB1871, Ramseyer-Keller, Margaretha (1919-)--DB2779, Büchi-Keller, Johanna (1923-)--DB549 und Elisabeth (1909-1928)

Soziale Herkunft, verwandtschaftliche Beziehungen

Bauernsohn

Ausbildung, berufliche Tätigkeit und Funktionen in der Öffentlichkeit

Ausbildung

Ing. Agr. ETHZ, Studienabschluss 1906; Landwirtschaftliche Schule Rütti-Zollikofen 1899-1901; Welschlandjahr; Sekundarschule

Berufsausübung

Schweizerische Genossenschaft für Gemüsebau (SGG): Erster Direktor 1918-1942; Landwirtschaftliche Schule Rütti-Zollikofen: Hauptlehrer für Pflanzenbau 1909-1918, daneben Bewirtschaftung eines 3 Hektaren-Betriebs im Bremgarten; Gutsverwalter Schloss Chartreuse Hünibach; Gutsverwalter in Oesterreich und Spanien

Funktionen in landwirtschaftlichen Institutionen

Funktionen in anderen Institutionen

Experte für die Beschaffung von Land im Anbauwerk; Hauptmann

Funktionen in der Politik

Biographische Skizze

Hans Keller gehörte zur ersten, an der ETH Zürich ausgebildeten Generation von Agronomen deren Denken und Handeln stark vom Nahrungsmittelmangel im Ersten Weltkrieg geprägt wurde. Er gehörte zu jenen Akteuren, die, wie Bernhard, Hans (1888-1942)--DB297, Gillabert-Randin, Augusta (1869-1940)--DB1259, Howald, Oskar (1897-1972)--DB1663, Jaeggi, Bernhard (1869-1944)--DB1758, Käppeli, Josef (1872-1942)--DB1840, Kleiber, Max (1893-1976)--DB1937, Mangold, Fritz (1871-1944)--DB2238, Martinet, Gustave (1861-1928)--DB2277, Müller-Albrecht, Leo (1883-1967)--DB2504 und Staudinger, Dora (1886-1964)--DB3416, am Aufbau der neuen Ernährungs- und Agrarpolitik nach 1918 aktiv beteiligt waren. Wie viele von ihnen wuchs auch er auf einen Bauernhof auf und besuchte vor dem Studium an der ETH eine landwirtschaftliche Schule. Nach dem Abschluss seines Studiums arbeitete Keller zuerst als Gutsverwalter in Österreich und in der Schweiz, bevor er während zehn Jahren als Hauptlehrer für Pflanzenbau an der Rütti unterrichtete, wo er schon als Schüler war. Daneben bewirtschaftete er zusammen mit seiner Frau noch einen kleinen Betrieb, um den Bezug zur landwirtschafltichen Praxis nicht zu verlieren. 1919 wurde Keller, der sich schon während des Krieges für den Mehranbau eingesetzt hatte, zum Direktor der vom Verband Schweizerischer Konsumvereine (VSK, heute: Coop) gegründeten Schweizerischen Genossenschaft für Gemüsebau gewählt. Unter Kellers Führung entwickelte sich die SGG in zwei Jahrzehnten zu einem der grössten Gemüsebaubetriebe in ganz Europa. 1941 bewirtschaftete der Genossenschaftsbetrieb 1'350 Hektaren Land an 12 Standorten in der ganzen Schweiz. Ein wesentlicher Teil des von der SGG bebauten Bodens war vorher Sumpf- und Oedland gewesen, das von der SGG zum Teil in Zusammenarbeit mit der SVIL, der Schweizerischen Vereinigung für Innenkolonisation und industrielle Landwirtschaft zuerst urbarisiert werden musste. Im Vorstand der SGG aktiv waren auch Martinet, Gustave (1861-1928)--DB2277, der bekannte Getreidezüchter und Direktor der landwirtschaftlichen Versuchsanstalt Mont-Calme in Lausanne sowie Mangold, Fritz (1871-1944)--DB2238. Wie Jordi, Ernst (1877-1933)--DB1794, Ineichen, Franz (1887-1953)--DB1734 und Marbach, Walter (1895-1967)--DB2246 setzte sich auch Hans Keller mit der Frage auseinander, ob die Bodenfräse von Meyenburg, Konrad von (1870-1952)--DB2359 den Pflug im Ackerbau überflüssig machen könnte. Hans Keller und seine Frau Margaretha Acker waren die Begründer der bekanntesten und wichtigsten Agronomen-Dynastie: Alle fünf Kinder die das Erwachsenenalter erreichten, wurden oder heirateten Agronomen: Fritz Keller trat die Nachfolge seines Vaters an der Spitze der SGG an, sein Bruder Hanspeter wurde Direktor der Eidgenössischen Getreideverwaltung und Ernst Keller wurde Professor für Pflanzenbau an der ETH. Auch mehrere von Hans Kellers Grosskindern wurden Agronomen oder Landwirte.

Quellen und Literatur

Eigene Publikationen

  • Die schweizerische Gemüseproduktion, in: Jahresbericht der SGG, 1931, S. 59-72
  • Die Bodenbearbeitung, in: Bodenchemie, Bodenbakteriologie und Bodenbearbeitung, Heft 3, hrsg. vom Verbande der Lehrer an landiwrtschaftlichen Schulen der Schweiz (SVIAL), 1921, S. 93-150

Quellen

  • AfA Personendossier Nr. 667
  • Moser, Peter, Ein Dienstleister als Produzent. Der Verband Schweizerischer Konsumvereine und die Schweizerische Genossenschaft für Gemüsebau als Teil des Ernährungsprojekts im 20. Jahrhundert, in: Hans-Jörg Gilomen, Margrit Müller, Laurent Tissot (Hg.): Dienstleistungen. Expansion und Transformation des dritten Sektors (15.-20. Jahrhundert), Zürich, Chronos Verlag 2007, S. 63-78
  • SVIAL Bulletin, 25. Januar 1942, S. 1
  • Archivbestand Hans und Fritz C. Keller (AfA Nr. 724)
  • Schweizerische Landwirtschaftliche Zeitschrift, 1941, S. 1157-1159

Schlagworte

Suisse - SchweizKanton BernKanton Freiburg

Artikel erarbeitet von

Peter Moser


Zitiervorschlag - Proposition de citation

Deutsch: Keller, Hans (1882-1941)--DB1873, AfA Online-Portal Personen der ländlichen Gesellschaft, Version vom August 2018, konsultiert am .

Français: Keller, Hans (1882-1941)--DB1873, AHR Portail en ligne Personnes du monde rural, version d'août 2018, consulté le .

Urheberrechte - Droits d'auteurs

Alle Urheberrechte dieser elektronischen Publikation sind beim Archiv für Agrargeschichte.
Tous les droits d'auteur de cette publication sont réservés aux Archives de l'histoire rurale.